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Wiedervereinigung
Comeback fürs Dreamteam der deutschen TV-Unterhaltung: Holm Dressler und Thomas Gottschalk
von Günther Fink
Sie galten lange Zeit als Dreamteam der deutschen Fernsehunterhaltung: Thomas Gottschalk und sein Regisseur, Produzent, Autor Holm Dressler. Vor zehn Jahren endete die Zusammenarbeit jäh nach Differenzen über Gottschalks Ausflug ins Late-Night-Talk-Gewerbe. Nun taucht Dressler, inzwischen Unterhaltungschef bei Studio Hamburg, zum ersten Mal wieder an der Seite seines alten Weggefährten auf, um Gottschalk-Sendungen fürs ZDF zu produzieren. Mit dem 54-Jährigen sprach Günter Fink
Die Welt: Seit wann kennen Sie Thomas Gottschalk?
Holm Dressler: Seit 1977. Ich war Nachwuchsredakteur beim ARD-Sender SWF, und Thomas hatte dort gerade einen Moderationstest hinter sich. Wir wurden einander vorgestellt und hatten schließlich mit der Show "Telespiele" einen Supereinstieg. Natürlich gab es auch in den zehn vergangenen Jahren immer wieder mal Überlegungen, etwas gemeinsam zu stemmen. Letztendlich waren es dann die Ideen zum Geburtstag der Rockmusik und zu der Biografieshow über unseren gemeinsamen Freund Wolfgang Petersen, die Thomas begeistert und den Weg freigemacht haben für unsere "Reunion".
Die Welt: Eine Biografieshow?
Dressler: Ein Format, das ich sehr mag, und das es im deutschen Fernsehen leider noch kaum gibt. "Gottschalk meets ..." ist eine Dokushow über eine Person von der Kindheit bis zur Berühmtheit. Thomas fand die Idee klasse, das ZDF auch - und deshalb drehe ich seit einem Jahr an dieser Sendung über unseren Hollywoodregisseur, die Mitte Mai ausgestrahlt wird. Mit persönlichen Statements von Weltstars wie Brad Pitt, Dustin Hoffman und Harrison Ford, die ich bereits für dieses Format exklusiv drehen durfte.
Die Welt: Der Streit von damals über die Late-Night-Show ist vergessen?
Dressler: Eigentlich waren Thomas und ich damals absolut einer Meinung, wie die Sendung mit ihm aussehen sollte. Nur der Sender hatte andere Vorstellungen. Da ich deren Vorschlag, die Late-Night mit "hart recherchierten Themen" zu füllen, nicht richtig fand, bin ich ausgestiegen.
Die Welt: Die Show hat ja auch nicht funktioniert und wurde eingestellt.
Dressler: Ich glaube im Nachhinein, dass sie mit reinen Unterhaltungsinhalten sogar optimal funktioniert hat. Wir hatten regelmäßig über 1,6 Millionen Zuschauer, Spitzenwerte aus heutiger Sicht. Aber RTL war das damals zu wenig.
Die Welt: Sie fühlen sich als moralischer Sieger?
Dressler: Natürlich nicht. Ich habe längst wieder mit RTL erfolgreiche Sendungen wie "Millionär gesucht" mit Günther Jauch gestaltet und hänge der damals für mich durchaus enttäuschenden Entwicklung nicht nach.
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